LoRaWAN und Smart City: Eine gemeinsame Erfolgsgeschichte
Veröffentlicht: 12. Okt. 2026Zehn Jahre ist es her, dass die erste Ausgabe des ZENNER-Kundenmagazins Smart & Easy veröffentlicht wurde. Am 28. August 2016 ging sie in Druck. Bis heute folgten mehr als 20 weitere Ausgaben. Treiber waren der zunehmende Branchenfokus auf das Thema Digitalisierung sowie der Startschuss für die Neuausrichtung von ZENNER. Das Unternehmen hat sich vom Messgerätehersteller zu einem führenden Anbieter smarter und digitaler Lösungen für Stadtwerke, Energieversorger und für die Wasserwirtschaft entwickelt.
Im Fokus steht seitdem die Entwicklung smarter Lösungen für das Internet der Dinge (IoT) auf Basis des offenen Funkstandards LoRaWAN. 2016 war diese Technologie gerade erst entwickelt worden, inzwischen hat sie sich fest etabliert und ist an vielen Stellen zu einem Synonym für die Digitalisierung in der Energiewirtschaft sowie in Städten und Gemeinden geworden. Eine gemeinsame Erfolgsgeschichte also.
Interessant ist ein Blick zurück immer dann, wenn er wichtige Erkenntnisse für den Blick nach vorne liefert. Welche Themen entwickelten sich anders als gedacht und welche Strategien lassen sich heute daraus für die Zukunft ableiten? Ein anschauliches Beispiel ist das Thema Smart Water. Stand vor zehn Jahren noch die Fernauslesung von Wasserzählern als isolierter Anwendungsfall im Mittelpunkt, so ist das Thema Wasser heute ein zentraler Bestandteil moderner Smart-City-Konzepte, um das sich zahlreiche Anwendungsfälle drehen.
Entwicklung: Die Smart City
Deutschlands Städte haben in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Wandel vollzogen. Aus einzelnen Digitalisierungsprojekten ist eine strategische Smart-City-Entwicklung geworden. Das zeigen insbesondere die jährlichen Studien von Haselhorst Associates, die seit 2018 die Entwicklung von mehr als 400 deutschen Städten beobachten.
Während 2018 erst 14 Prozent der untersuchten Städte Smart-City-Projekte verfolgten, waren es im Jahr 2025 bereits alle. Mehr als 200 haben sogar den Status „Advanced City“.
René Claussen, Geschäftsbereichsleiter Messsysteme, IoT und Digitale Lösungen bei ZENNER, begleitet den Prozess von Anfang an:
„Ging es zunächst um einzelne digitale Anwendungen, wie Smart Parking oder Smart Waste, stehen heute vor allem vernetzte Lösungen für Wasser, Energie, Klimaschutz und Resilienz im Mittelpunkt. Die Entwicklung zeigt: Die Smart City ist in Deutschland vom Zukunftsthema zur kommunalen Gestaltungsaufgabe geworden. Gleichzeitig bleibt die Umsetzung anspruchsvoll. Entscheidend sind heute weniger einzelne Leuchtturmprojekte als eine langfristige Strategie, die Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger miteinander verbindet.“
Auf unserer Website finden Sie u.a. die Projekte aus Lünen und Altdorf.
Gamechanger: Die LoRaWAN-Technologie
Bei der Umsetzung anspruchsvoller Smart-City-Projekte hat sich LoRaWAN in den vergangenen zehn Jahren zweifellos zur wichtigsten Basistechnologie entwickelt und ZENNER gleichzeitig zum führenden Anbieter. Die Minol-ZENNER-Gruppe betreibt heute eines der größten LoRaWAN-Netze der Welt mit rund zwölf Millionen Sensoren. Das energieeffiziente Funknetz ermöglicht es, eine große Zahl von Sensoren kostengünstig und über weite Distanzen auszulesen und zu vernetzen. So lassen sich beispielsweise Füllstände von Abfallbehältern überwachen, die Belegung von Parkplätzen erfassen, die Straßenbeleuchtung steuern, Wetterdaten auswerten oder Energieverbräuche analysieren und Daten digital auswerten. Für Städte entsteht so eine belastbare Datenbasis, um Ressourcen effizienter einzusetzen, Prozesse zu optimieren und neue digitale Services aufzubauen.
Agil und resilient: Die Smart City
Gerade in der Smart City gilt: Strategien und Pläne müssen agil bleiben, um flexibel auf aktuelle Ereignisse und neue Rahmenbedingungen reagieren zu
können. Standen vor zehn Jahren vor allem digitale Lösungen für mehr Prozess- und Kosteneffizienz im Fokus, rückten im Laufe der Zeit zunehmend
Themen rund um Umwelt- und Klimaschutz in den Vordergrund, etwa Energiesparen, CO2-Vermeidung, der Aufbau eines klimaneutralen Gebäudebestandes sowie Luftqualitäts- und Gewässermonitoring. Seit einigen Jahren stellen die Folgen des Klimawandels Städte und Gemeinden zusätzlich vor neue Herausforderungen.

Diese Entwicklung zeigt: Veränderungen lassen sich nicht immer vorhersehen und können bestehende Annahmen schnell überholen. Eine flexible Infrastruktur mit LoRaWAN schafft den notwendigen Spielraum, um Chancen zu nutzen, Risiken frühzeitig zu erkennen und auf neue Entwicklungen und Herausforderungen angemessen zu reagieren. So entsteht Resilienz auf allen Ebenen.
Blick zurück nach vorne: Die Wasserwirtschaft
Einer der frühesten Anwendungsfälle, die wir unseren Lesern in der ersten Ausgabe der Smart & Easy vorgestellt haben, war die automatisierte und flächendeckende Fernauslesung von Wasserzählern über LoRaWAN. Aktuell ist es der Anwendungsfall, der sich am dynamischsten entwickelt. Klimawandel und häufige Dürreperioden, auch in Mitteleuropa, sowie die daraus resultierende Wasserknappheit stellen auch die kommunalen Wasserversorger vor neue Herausforderungen. Das Ziel ist es, Wasserknappheit künftig durch effizientere Nutzung und besseren Schutz der Wasserressourcen zu verhindern. Städte und Gemeinden müssen ihre Infrastrukturen anpassen, um Wasserversorgung und -qualität langfristig zu sichern. Mit anderen Worten: Die Wasserversorgung muss resilient werden.
Resilienz in der Wasserwirtschaft bedeutet, dass Wassersysteme widerstandsfähig gegenüber Klimawandel, Extremwetterereignissen, Umweltverschmutzung
und anderen Störungen sein müssen. Wichtige Werkzeuge und Lösungen hält die Digitalisierung bereit. René Claussen erklärt: „Mit entsprechenden Sensoren lassen sich Messwerte über LoRaWAN direkt in unsere Plattform B.One element suite übertragen und vom Wasserversorger abrufen. Auf demselben Weg übertragen unsere Kunden die Messwerte von Wasserzählern und überwachen ihre Leitungsnetze beispielsweise auf Leckagen. Als Smart-Water-Lösungsanbieter stellen wir für alle Prozessschritte passende Applikationen bereit.“ Das Beispiel zeigt, wie mit LoRaWAN aus einzelnen Anwendungsfällen komplexe, digitale Ökosysteme entstehen. Auf diese Weise schafft ZENNER die Voraussetzungen für weitere Erfolgsgeschichten.
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